Freitag, 20. Dezember 2013

Die Zauberkraft des Mantras



In den Anfängen meiner Yogapraxis stand ich dem Singen des OMs in der Yogaklasse relativ neutral gegenüber. Es hat mich jetzt nicht weiter gestört, aber ich hätte auch gut darauf verzichten können. Ich wusste, da passiert irgendwas mit Vibration und Schwingung im Körper, aber ansonsten hab ich mich nie weiter mit dem Thema beschäftigt. Generell das Singen ist so eine Sache. Versteht mich nicht falsch, ich liebe das Singen! Ich könnte zu fast jeder Tageszeit singen. Wäre da nicht das Problem mit der Stimme. Ich will jetzt nicht sagen sie ist grauenhaft schlimm, aber ich glaube sie ist auch nicht weit davon entfernt. Hinzu kommt ein tiefsitzendes Trauma aus der Grundschule. Dort wurde ich (fast als einzige) aus dem Chor ausgeschlossen, weil unsere übermotivierte Rektorin meinte ich wäre talentfrei. Tsss… okay, ganz unrecht hatte sie damals nicht, aber gemein fand ich es trotzdem! Und wie man merkt, die Erfahrung hat sich fest in meinem Innersten verwurzelt. Aber genug hiervon, ganz so schlimm ist es nicht.
 
Jedenfalls tauchte ich mit fortlaufender Yogapraxis immer mal wieder tiefer ein - in die Yoga Philosophie, in den Hinduismus, in die Spiritualität und in die Geschichte Indiens. Der Buddhismus hatte mich schon viele Jahre immer mal wieder begleitet. Daher kannte ich auch das OM als heilige mantrische Silbe bereits. Faszinierend, dass mit diesen zwei (oder auch drei) Buchstaben so unfassbar viel Geschichte und Philosophie verbunden ist. Wirklich eine heilige Silbe. Ach, alleine über das OM könnte seitenweise geschrieben werden. Thema hier sind ja die Mantren generell. Was ist eigentlich ein Mantra? Ich versuche es einmal:
Mantren sind heilige Worte oder Verse, geschrieben in der heiligen Sprache der Götter, nämlich in Sanskrit. Teilweise viele viele tausend Jahre alt und weitergetragen von dem Meister an seine Schüler. Mantren können still für sich, z. B. in der Meditation, rezitiert, laut aufgesagt oder gesungen werden und sind dabei so voller Kraft und Energie, dass sie sich tief in der Seele verwurzeln. Besungen werden bestimmte oder formlose Gottheiten, ein besonderer Aspekte einer Gottheit, Energien oder das Leben. Jedes Mantra hat seine eigene Qualität. Während und nach dem Rezitieren schwingt jede einzelne Silbe in unserem Körper nach und führt so zu Harmonie zwischen Körper, Geist und Seele. Eine Art Reinigung findet statt, der Körper und alle Organe werden energetisiert. Mit diesem Wissen fühlte sich jedes OM erfüllter, magischer und spürbarer an.
Nochmal eine Yogastunde ohne OM? No way!

Während meiner Yogalehrer Ausbildung durfte ich dann zum ersten Mal an einem Kirtan teilnehmen. Das Singen von Mantren in der Gruppe, begleitet von wunderschönen Gitarrenklängen. Klingt nett, ist aber noch viel mehr als das! Es hat mich vollkommen umgehauen. Ich hatte irgendwann mal in einem Buch gelesen, dass das Mantren singen schlechte Emotionen wie Wut, Hass und Trauer aus dem Herzen spülen und mit kraftvollen und schönen Emotionen wie Liebe und Zuneigung füllen kann. Und genau das hab ich erleben dürfen. Echt jetzt! Eine Kraft, die fast greifbar im Raum schwebt, eine unglaubliche Energie, die man regelrecht fühlen kann und die über jede Pore tief ins Herz strahlt. Tränen fließen, Reinigung findet statt. Wow! Es war wirklich mit einer der tollsten Momente auf meinem bisherigen Yogaweg. Ähnlich wie diese Momente in der Praxis, während einer Asana oder in der Meditation, wenn, manchmal nur für einen klitzekleinen Moment, dieses Gefühl von Klarheit da ist, von bewusstem Dasein und von Wärme und Liebe. Dieser Moment, den man eigentlich nicht beschreiben kann, der einem aber liebevoll mitteilt, warum wir eigentlich praktizieren und warum dieses Yoga einem so viel mehr als nur ein gutes Körpergefühl gibt. So geht es mir zumindest.

Und es gibt da ein Mantra, das mich besonders fasziniert. Stimmt nicht, es gibt ganz viele, die ich toll finde und die mich berühren, aber dieses eine ist wirklich spannend und berührt mich tief. Das Gayatri Mantra.

Mit diesem Mantra begrüßen viele Hindus und Buddhisten täglich die lebensspendende Sonne als Sinnbild der Schöpfung und bitten zeitgleich um geistige Erleuchtung. Früher war dies nur den höchsten Kasten vorbehalten, heute zieht es sich durch alle Schichten, durch die ganze Welt. Es ist die wohl bedeutendste vedische Hymne, die „Mutter der Veden“ und das ist für mich so unfassbar faszinierend. Morgens höre ich das Mantra ganz oft, schließe die Augen und stelle mir vor, wie viele Jahrtausende diese Worte schon überstanden haben, wie sehr wir alle miteinander verbunden sind während die heiligen Silben des Mantras im Universum schwingen. Auf unterschiedlichen Kontinenten, Menschen unterschiedlicher Kulturen und Lebensweisen – alle halten sich an die Kraft und an den Frieden des Mantras und werden somit eins. Ein wunderschöner und berührender Gedanke! Findet ihr nicht?

Und hier der Text:

oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ
tát savitúr váreniyaṃ
bhárgo devásya dhīmahi
dhíyo yó naḥ pracodáyāt


Es gibt so viele Übersetzungen dieses Mantras und keine trifft es wohl genau. Sinngemäß wird die Herrlichkeit des Lichts, welche die drei Welten erleuchtet, besungen. Wir verehren den Glanz und die Gnade, die diesem Licht erstrahlt, die Quelle allen Seins, die höchste Wahrheit und bitten zeitgleich um Erleuchtung des Geistes.
Die Sonne ist für mich unfassbarer Energiespender.  Eine Kraft, die spürbar verzaubert und tief ins Herz strahlt. Mich führt dieses Mantra ein bisschen zurück zum Wesentlichen. Ich finde den Gedanken so zauberhaft, einfach die Kraft der Sonne, des Lichts, die Quelle allen Seins zu bitten, einem den Weg zu leiten, Kraft zu spenden und so vielleicht ein Zeichen zu geben, warum wir alle hier sind.

Und hier das Gayatri Mantra, gesungen von der zauberhaften Deva Premal:



Ganz viel Liebe an alle so kurz vor Weihnachten
 



Namaste 
Vanessa

 
 
 
 
 


Donnerstag, 5. Dezember 2013

Jahres-Resümee…


Ende 2012 hatte mich ein Artikel in einer Zeitschrift dazu inspiriert, das vergangene  Jahr einmal rückblickend zusammenzufassen. Aufzuschreiben auf was ich stolz bin, auf was vielleicht weniger. Was sich geändert hat, was sich wiederum nicht geändert hat, aber ändern sollte. Wie hab ich mich persönlich verändert im Laufe des Jahres, mit wem möchte ich vielleicht noch etwas klären und was alles möchte ich nicht mit ins Jahr 2013 nehmen. Und zu guter Letzt, wie soll das nächste Jahr überhaupt aussehen? Gibt es Projekte, die ich angehen möchte? Dinge, die ich mir selbst schenken kann? Mehr Zeit für mich vielleicht…

Jedenfalls habe ich damals fleißig geschrieben und mein Werk anschließend gut verstaut! Im Laufe des Jahres habe ich tatsächlich gar nicht mehr an diese Notizen gedacht – bis gestern! Wieder dank eines Artikels, dieses Mal auf der Internetseite mindbodygreen.
Anschließend habe ich also aufgeregt die alten Notizen gesucht und tatsächlich gefunden (wer mich kennt, der weiß, dass das nicht so einfach ist in meiner „speziellen Papierordnung“).

Und was soll ich sagen!? Also, hättet ihr mich vorher gefragt: und Vanessa, wie war so dein 2013? Dann hätte ich wahrscheinlich folgendes gesagt: gut! Ich hab endlich meine Ausbildung zur Yogalehrerin angefangen (immer noch riesen Freude!!!!!), ich rauche nicht mehr und ja, da sind noch so die ein oder anderen Projekte die ich angegangen bin. Also im Großen und Ganzen akzeptabel, aber es war jetzt nicht das  überdimensionalemegasuper Jahr! Ja, bis ich meine Notizen las! Es ist fast alles eingetroffen was ich mir vorgenommen habe. Ich habe mich unbewusst verändert, Dinge abgelegt, die ich schon lange ablegen wollte, Dinge gemacht, die ich schon lange machen wollte, Freundschaften und Liebe mehr Platz gegeben in meinem Leben und ich bin auch noch relativ viel rumgekommen! Klar, es gab nicht nur strahlenden Sonnenschein und rosa Wölkchen, aber so zusammengefasst war es durchaus ein tolles Jahr 2013!

Deswegen mein aktueller Plan: das mach ich glatt nochmal!
Und dieses Mal mit Hilfe des oben genannten Artikels. Es handelt sich um 25 Fragen, die jeder für sich gut beantworten kann. Also ihr Lieben, macht mit - hier geht es zum besagten Artikel: 25 questions to ask yourself before the end of the year

Stifte spitzen, fleißig aufschreiben, Notizen gut verstauen und freudestrahlend ins Jahr 2014 starten! Es wird ein Bombenjahr – ich hab es im Gefühl.

Optimistische Grüße

 




Vanessa

 

Leben allein genügt nicht, sagte der Schmetterling, Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muß man auch haben.
Hans Christian Andersen, (1805 - 1875)





 

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Vitaminbombe



Seit ich-weiß-nicht-wie-lange lese ich auf all den zauberhaften Rezepte-blogs von Grünkohlsalaten in den verrücktesten Varianten. Grünkohl im Smoothie kenn ich – lecker, aber als Salatersatz hat er mir noch nicht dienen dürfen. Inspiriert durch Juli's Grünkohlsalat , der yummi – mega lecker klang, habe ich mich gestern an meinen ersten Grünkohlsalat getraut und der sah so aus:

 
 
 
 

Zutaten:
5-6 Hände frischen Grünkohl
1 Khaki
1 Paket Räuchertofu
1 Glas Balsamico-Zwiebel
2 Tomaten
Fetakäse

Dressing:
2 EL Walnussöl
2 EL hellen Balsamicoessig
1 EL Löwensenf Balsamico
Ein paar Spriter Zitrone
Salz + Pfeffer

Zubereitung:
Grünkohl waschen,  die Blätter vom Stiel entfernen und ab in eine Schüssel damit. Räuchertofu und Tomaten in kleine Stücke schneiden und in der Pfanne anbraten. Anschließend über den Grünkohl geben. Khaki schälen und kleinschneiden, Balsamico-Zwiebeln einmal durchschneiden und auch mit dazu und dann noch den Feta Käse drüber bröseln. Eigentlich sollte noch Avocado mit rein, die hat den Weg nachhause aber nicht geschafft und liegt wohl noch immer an der Kasse im Supermarkt.
 
Für das Dressing alles miteinander vermischen und über den Salat geben. Und als Düsseldorferin muss ich an dieser Stelle Werbung für den besten Senf ever geben: Löwensenf – hier: Balsamico fruchtig! Toll für Salate! Aber es gibt noch haufenweise andere tolle Gläschen.

Alles miteinander vermengen und genießen! Toll auch für den nächsten Tag im Büro und wie ihr sehen könnt – Grünkohl wurde auch direkt noch zum Smoothie verarbeitet!


 
 
Guten Appetit!

 

 


Mittwoch, 27. November 2013

... Trommelwirbel....

Jubidubiduuuuuuuuuuuu!

Mein erster Artikel für das wirklich tolle Onlinemagazin
happymindmagazine ist erschienen.
Ich freue mich mega super duper doll jetzt regelmäßig für die Seite schreiben zu dürfen!

Und .... tada.... hier geht's zum Premierenbericht:

Yoga und Wellenreiten - Soulmates for Life

Euch allen auch einen super tollen Tag! :)





Namaste
Vanessa











Montag, 25. November 2013

Jetzt lach doch mal!

Ich bin ja nicht so der Bahnfahr-Typ und öffentliche Verkehrsmittel-Nutzer. Ich fahr da eher Auto, meistens zumindest! Letzte Woche bin ich aber gleich zweimal mit Bus und Bahn gefahren und ich muss sagen, zum Quatschen echt super (an dieser Stelle Grüße an die liebe Kathi!), aber ich hab auch festgestellt, da draußen wimmelt es ja geradezu von Miesepetern und grummeligen Menschen, die anscheinend das Gewicht der ganzen Welt auf den Schultern tragen. Ehrlich, es macht den Anschein, als ob sich jeder in seiner eigenen kleinen Blase bewegt und miteinander Kommunizieren? Was ist das? Okay, okay, ich bin jetzt auch nicht der immer-gut-gelaunt-Mensch und manchmal ist es auch ganz schön anstrengend so unter so vielen Menschen, aber ich denke doch von mir behaupten zu können, dass ich die meiste Zeit freundlich und positiv bin und auch gerne mal ein Pläuschen halte! Das habe ich in der Bahn auch versucht – fataler Fehler!

Aber von Anfang an:
Schon an der Haltestelle herrschte frostige Stimmung und das lag nicht nur am Wetter. Als ich es wagte die Dame neben mir zu fragen, ob die Bahn noch komme oder schon weg sei, wurde mir nur ein „sonst würden hier wohl kaum so viele Leute stehen“ entgegengepfeffert – Ah ja! Danke vielmals! In der Bahn dann weiter frostige Temperatur! Drei Leute rennen gleichzeitig auf einen anvisierten freien Platz, bis sich der schnellste (oder stärkste) durchsetzen kann! Ich erhasche dann an der nächsten Station einen freien Platz und lächle beim Setzen dem Mann gegenüber freundlich zu. Keine Reaktion! Dann schaue ich mich eine Zeit lang um und muss mich fragen: bin ich wirklich gerade im fröhlichen Rheinland?! Da wo die Menschen das Herz auf der Zunge tragen? Was ich sonst so gern hab?! Nö, wohl eher im Shuttlebus in die Hölle. Okay, ich übertreibe ein wenig! Aber diese miese Stimmung und schlechte Energie war wirklich echt zu spüren. Die Frau vom Miesepeter-Mann gegenüber fragte ihren Mann dann wann der Weihnachtsmarkt aufmache. Da er die Antwort nicht wusste und wir ja quasi Sitznachbarn waren antwortete ich ihr. Aber ihr Blick zu mir sprach förmlich: „wer hat die gefragt?!“, ein kurzes Nicken und gleich wieder weggucken folgte. Was um Himmels Willen war hier los?!

Ja und dann besaß ich doch tatsächlich noch die Frechheit aussteigen zu wollen, das gefiel dem Herrn neben mir mal so ganz und gar nicht. Zähneknirschend ließ er mich dann zum Glück doch noch durch. Puh! Angekommen! Beim Aussteigen herrschte übrigens wieder ähnliches Drängeln und Stänkern wie beim Einsteigen.
Am Hauptbahnhof wurde es dann aber nicht besser! Hier fällt man ja regelrecht auf, wenn man sich nicht mindestens im Schnellschritt fortbewegt, am besten ist wohl leichtes Rennen mit mieser Laune um in der Masse nicht aufzufallen. Mal ehrlich, ist es so schlimm, Leute? Habt ihr es alle so eilig? Warum?!
Und an den Kampf an der Tür der S Bahn will ich gar nicht mehr zurückdenken! Doch dann… warte… war das tatsächlich ein Lächeln der Frau gegenüber auf dem Platz? Hach, wie schön! Wenigstens ein klitzekleines Trostpflaster.

Jedenfalls dachte ich das Wochenende dann viel über Nächstenliebe und Freundlichkeit nach und wie anders und schön es doch wäre, wenn man sich wirklich bemüht nett zueinander zu sein. Für unsere Lieben würden wir durchs Feuer gehen, aber dem Mann oder der Frau in der Bahn schenke ich noch nicht einmal ein Lächeln? Schon verrückt!
Ich jedenfalls möchte nicht so ein Griesgram sein. Deswegen habe ich mir für diese Woche vorgenommen, noch mehr Lächeln zu verteilen und Freundlichkeit und Nettigkeit zu versprühen.

Dazu habe ich ein tolles Gedicht gefunden, dass mich diese Woche begleiten soll:
 
 
Kleine Wassertropfen,
kleine Sandkörnchen
bilden den mächtigen Ozean
und das schönste Land.
Die kleinen Minuten,
so bescheiden sie auch sein mögen,
ergeben das mächtige Zeitalter der Ewigkeit.
Kleine freundliche Taten,
kleine Worte der Liebe
machen aus unserer Erde ein Paradies,
dem Himmel gleich.
Julia A. Fletcher Carney (1823 - 1908), englische Dichterin


In dem Sinne - seid lieb zueinander!

Om Shanti!








 

Mittwoch, 20. November 2013

Kokos-Dinkel-Gemüse-Pfanne





















Für 4 Personen

Das braucht ihr:
Gemüse das euch schmeckt! Bei mir gab’s:
500g Brokkoli
1 Stange Porre
eine Hand voll Cocktailtomaten
1 Chicoreé
300g Dinkelreis (entspelzte und geschliffene Dinkelkörner)
etwas Gemüsebrühe (ich benutze die von Rapunzel)
250ml Kokosmilch
Kreuzkümmel
Chili Flocken
1 Schuss Shoyu
Wer möchte: Tofu, Hähnchenfleisch oder bei mir gab’s valess Geschnetzeltes (auf Milchbasis)

So wird’s gemacht:
Zunächst einmal den Dinkelreis nach Anweisung kochen. Gemüse klein schneiden und waschen. In der Zwischenzeit habe ich das valess Geschnetzelte angebraten und gewürzt. Gemüse dazugeben und kurz mitbraten. Mit Gemüsebrühe aufgießen und ein paar Minuten köcheln lassen, anschließend Kokosmilch dazugeben und mit Deckel auf kleiner Stufe weitere Minuten köcheln lassen. Jetzt nach Belieben würzen und das Gemüse in eine Schüssel geben (Achtung, es sollte was Kokosbrühe in der Pfanne bleiben). Den abgeschütteten Dinkelreis jetzt in die Kokosbrühe geben und noch einmal kurz darin quellen lassen (auf kleiner Stufe). Zum Schluss alles untereinander rühren und beim Servieren einen Schuss Shoyu hinzufügen.
Gesund, vegetarisch und super lecker! Das nächste Mal werde ich noch ein paar zerbröselte Erdnüsse oder Sonnenblumenkerne drüber streuen.
 
Guten Appetit!
 

Mittwoch, 13. November 2013

Start-up!

Tipps für die erste Yoga Stunde
 
Wenn ich so zurückdenke– die erste Yoga Stunde im Studio – ui, da war ich ganz schön aufgeregt irgendwie. Nicht voreingenommen und völlig offen sein für das Neue? Von wegen! Ich hatte mir ja schon alles Mögliche vorher ausgemalt!

 
Nachdem ich dann den Yogaraum betrat, kam doch glatt das ich-verkrümmel-mich-in-die-letzte-Reihe-Schulmädchen wieder raus und als die Stunde dann losging hingen meine Augen nur bei dem Mädchen nebenan „was macht die da mit ihrem Bein verdammt???“

Damit ihr es ein wenig einfacher habt, hier meine Tipps für einen geschmeidigen Yogaanfang:
 

       wear what you like
In Leggings fühlt ihr Euch einfach nicht wohl, auch wenn es doch fast jeder trägt in der Stunde? Dann lasst es! Zugegeben, ich mag es und man hat nicht zu viel nervigen Stoff im Weg, aber wenn man sich in der Jogginghose wohler fühlt, dann darf es auch die sein! Hauptsache ihr fühlt Euch wohl!

       Reden!
Sollte Dir was wehtun oder sich nicht gut anfühlen in der Haltung, spreche den Lehrer nach der Stunde an! Schmerz gehört nicht in die Yogapraxis. Vielleicht machst Du was falsch, die Haltung ist durch evtl. Vorbelastungen nicht gut für Dich oder es gibt einen Tipp, die Übung am Anfang zu vereinfachen!


Korrekturen nicht persönlich nehmen – enjoy it!
Der Lehrer wird sich am Anfang vielleicht besonders um Dich kümmern. Das heißt nicht unbedingt, dass Du etwas falsch machst! Viele Korrekturen dienen als Unterstützungen, um es dem Schüler einfacher zu machen in die Haltung zu kommen oder die Vorzüge der Haltung noch intensiver spüren zu können – ich selber genieße es sehr!


Akzeptanz
Ich weiß – das Ego lässt sich so schwer abschalten, aber Yoga ist kein Konkurrenzkampf oder ein Wettbewerb. Jeder Körper ist vollkommen in seiner Individualität. Wenn Du in die ein oder andere Haltung nicht so tief kommst – who cares!? Yoga ist eine wunderbare individuelle Reise! Und auf dem Weg lernst Du so viel über Dich selbst! Akzeptiere Dich so wie Du bist und höre auf Deinen Körper!

 
Üben! Üben! Üben! – in Geduld
Hier knüpfe ich oben an. Ich weiß wovon ich spreche! Einarmiger Handstand – das will ich können! Kopfstand? Kann doch nicht so schwer sein!
Wenn wir genau das lernen abzuschalten (oder ruhen lassen während der Praxis), ihr werdet sehen, es fühlt sich fantastisch an! Fortschritt kommt von ganz allein!

 
Have FUN!
Für mich ist die Yogastunde ein Rendezvous mit mir selbst! Sobald ich meine Matte betrete, ist es als würde eine imaginäre Wand an den Seiten hochfahren und wir sind ganz für uns – mein Körper, mein Geist und meine Seele – alle verbunden im hier und jetzt!
Genieß es! Probiere aus! Hab Spaß! Lache über Dich selbst! Schaue nicht nach rechts und links! Augen schließen? Super! Mein Om wurde umso lauter, desto mehr ich angefangen habe ganz bei mir zu sein während der Stunde.

 
Ich wünsche Euch einen zauberhaften Start auf eine wunderbare Reise...

Namasté



 

Freitag, 8. November 2013

2-Minuten-Frühstücksbrei


Ihr kennt das sicher auch – morgens verschlafen, die Zeit ging mal wieder schneller vorbei als gedacht oder es herrst einfach gähnende Leere im Kühlschrank!
Heißt: Frühstück kommt zu kurz! Ich frühstücke zwar nicht zuhause, stell mir aber immer was Buntes fürs Büro zusammen. Und wenn es eben mal schnell gehen muss, zauber ich mir in 2 Minuten einen yummi yummi ayurvedischen Frühstücksbrei. Ich bin ein großer Fan vom warmen ayurvedischen Brei, er füllt alle Energiereserven schnurstracks auf, hinterlässt ein warmes Gefühl im Bauch, ist gut für die Verdauung und ja, man fühlt sich einfach gut danach ;)

 
Hier also die Blitzvariante:
 
Zutaten:

Heißes Wasser
Ein Schuss Milch (ich verwende aktuell Mandel- oder Hafermilch – mmhhhhhh)
1 Banane
Geschrotete Leinsamen
Haferflocken
1 Messerspitze Ingwerpulver (oder geriebenen frischen Ingwer!)
2 Datteln oder ähnliches Trockenobst
eine Handvoll Beeren oder anderes Obst, das gerade zur Hand ist
Zimt

 
Banane in einer Schale zerdrücken, Ingwerpuler drauf, geschrotete Leinsamen und Hafterflocken drüber, Datteln kleinschneiden und dazugeben, die Beeren dürfen auch mit rein, anschließend gieße ich ein wenig heißes Wasser über das Gemisch und dann noch etwas Milch dazu! Zimt drüber und quellen lassen.
Dazu eine große Tasse Tee und der Tag kann nur gut losgehen!

 
Happy Weekend ihr Lieben!
OM Shanti

 

 
 
 
 
 

Mittwoch, 6. November 2013

Sonnenschein bei Regen


Huhu - ich bin zurück von meiner sonnigen Reise. Okay, rein physisch war ich jetzt nicht weit weg, das Wetter war eigentlich auch alles andere als sonnig, gefühlt aber war absoluter 14 Tage-Sonne-und-Meeresbrise-Kopf-frei-pusten-Modus angesagt oder anders formuliert: mein 2. Yoga Wochenende stand an!

Und es war wieder einmal toll! Die Truppe wächst immer mehr zusammen, fast wie eine kleine kuschelige Familie. So wohlbehütet fühlt man sich da auch! J
Aber keine Sorge, wir haben nicht nur dagesessen und uns erzählt wie sehr wir aneinander mögen, sondern wir haben auch eine ordentliche Ladung an Wissen präsentiert bekommen. Nicht diese Art von Wissen „flex ich den Fuß, ist es schonender für das Knie“. Nein, Wissen, das mich nachhaltig sehr beschäftigt und durchaus Einfluss auf meine Lebensanschauung hat. Dieses Wochenende stand hauptsächlich unter dem Motto „Yoga Philosophie“ und „Sanskrit“ – geyogit auf der Matte wurde natürlich auch!
Ja, und wie ihr merkt, noch immer bin ich voller Eindrücke, ordne das Durcheinander an Wissen in meinem Kopf und spüre nach. Sobald ich ein wenig aufgearbeitet habe, werde ich ganz sicher das ein oder andere Thema mit Euch teilen.

Noch ein kleiner nützlicher Yogi Tipp zum Schluss:
Wer seine geliebte Matte säubern und zugleich rutschfester machen möchte, der kippt einen Schuss Essig ins Wasser und wischt die Matte mit einem Schwamm damit ab! Ein paar Tropfen ätherisches Öl mit ins Wasser und die Nase hat auch was davon J

Sonnigwarme Grüße
 
 
 
 

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Let's rock it, baby ... oder auch: der Tag danach!


Das Wochenende ist zwar schon ein paar Tage vorbei und die Nachwehen sollten so langsam bei allen verschwunden sein, aber die nächsten freien Tage klopfen schon an! Bei dem ein oder anderen heißt es wahrscheinlich: rein ins Gruseloutfit und ab auf die Piste oder auf die nächste Geburtstagsfeierlichkeit oder oder oder … Gründe zum Ausgehen gibt’s doch sowieso wie Sand am Meer…

Manchmal muss das auch sein. Und manchmal werde ich dann schwach – Bierschwach! Wie das halt so ist als waschechte Düsseldorferin, da kommt man an dem Gerstensaft halt einfach schwer vorbei… und manchmal möchte ich an einem genüsslich kühlem Alt auch gar nicht vorbeikommen (wie gesagt, ein Düsseldorfer Mädsche halt!)

Jedenfalls: ich mag Bier. So sehr, dass es meistens nicht bei einem Bier bleibt in netter Gesellschaft! Am nächsten Morgen kriege ich dann im Bett schon mit voller Wucht die Quittung dafür überreicht … aua Kopf und hallo Magengrummeln! Mist! Wär ich mal meditativ ins Bett verschwunden. Dann hilft nur eins: durchdacht dem Kater an den Kragen!

Hier meine heiligen Tipps:

AUFSTEHEN! Ich weiß, das fällt zunächst echt schwer, aber nach meinen morgendlichen Reinigungsritualen und einer ausgedehnten Dusche fühl ich mich schon ein klitzekleines bisschen besser! Und gleich morgens den Körper schon mit viiiiel Wasser versorgen, davon wurde ihm nämlich jede Menge entzogen letzte Nacht! Hagebuttentee versorgt den Körper jetzt schonend mit notwendigen Vitaminen, eine Banane spendet Magnesium und Kalzium und ich mache mir immer eine große Kanne Ingwertee – beruhigt den Magen und hilft beim Entgiften!

Und jetzt kommt DIE Wunderwaffe überhaupt: ab auf die Matte! Jeder, der einmal nach einer durchzechten Nacht Yoga praktiziert hat, weiß wie hart das sein kann! Da spürt man zunächst wirklich jeden Schluck Alkohol und entgiftende Asanas sind eine echte Herausforderung! Hier meine Tipps für eine Yogapraxis im Kampf gegen den Kater:

Wer mag kann sich die Schläfen und den Nacken vor der Praxis mit Minzöl einreiben!


 
Ihr werdet sehen: EIN RIESEN UNTERSCHIED zu vorher! Wirkt wirklich heilend!

Und anschließend gemütlich ausgewogen und mineralstoffreich frühstücken.
Jetzt noch einen Nachmittagsspaziergang an der frischen Luft und ihr seid wieder fast wie neu!

Und ein leicht angeschlagener Freitag, Samstag oder Sonntag hat doch auch eine schöne Seite: Tee, warme Socken, Kuscheldecke, schöne Filme, Pizza und ab zum Kuscheln auf die Couch!

Allen ein tolles, feierreiches, aber auch erholsames Wochenende!
Ich freue mich ganz ganz doll auf meinen zweiten Yogablock! Yuppie!

Liebste Grüße
Vanessa

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Morgenrituale



Ich habe in anderen Posts schon einmal die sogenannten Kriyas angesprochen, das sind im Yoga Reinigungsübungen. Davon möchte ich heute ein wenig mehr erzählen, zumindest auf die ein oder andere Technik ein wenig näher eingehen.

Morgenrituale! Hat jeder! Ob es nun der schlafende Gang zur Kaffeemaschine ist oder die Runde um‘ Block laufen oder die ausgedehnte heiße Dusche – irgendwas steht bei jedem morgens auf der Agenda. Hiermit möchte ich euch an einigen meiner täglichen Rituale teilhaben lassen, vielleicht fühlt sich der ein andere inspiriert…

 

Zungenreinigung

Viele kennen den lustigen Zungenschaber vielleicht schon. Gekauft werden kann er in jeder Drogerie, einem Reformhaus oder Ayurveda Fachladen. Alternativ (um es vielleicht einmal auszuprobieren) kann man auch einen Esslöffel verwenden.

Im Ayurveda ist die Zunge Verbindung zum Magen-Darm-Trakt und wirkt sich auch auf die Verdauung aus. Mit dem Belag auf der Zunge trennt der Körper sich von Giftstoffen und leider schafft es die Zahnbürste nicht unbedingt diesen Bereich mit zu säubern, vor allem im hinteren Drittel lagert sich jede Menge an Essensresten und Toxinen sowie Bakterien. Hierdurch kann nicht nur Mundgeruch entstehen, es kann auch zu Karies und Zahnfleischentzündungen kommen.

Morgens und abends sollte der Zungenschaber vor dem Zähneputzen angewendet werden. Dabei Zunge weit herausstrecken und den Schaber ein paar Mal von hinten nach vorne ziehen, zwischendurch abwaschen und anschließend mit warmen Wasser den Mund ausspülen.

 

„Ölziehen“

Folgt morgens direkt nach dem Zungenreinigen. Hierfür wird ein TL Sesamöl in den Mund genommen und dann ca. 10 Minuten gespült (ich bereite in der Zeit immer meine Nasendusche vor!) und durch die Zähne gesaugt/gezogen. Anschließend den Mund gründlich mit Wasser ausspülen und Zähne putzen.

Das Ölziehen wirkt stark entgiftend und dient als Kariesschutz. Außerdem wirkt es sich positiv auf folgende Krankheiten aus: Zahnfleischentzündungen, Zahnschmerzen, Kopfschmerzen, Bronchitis, Grippale Infekte, Magengeschwüre, Magenschleimhautentzündungen, Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, des Herzens, des Blutes, der Nieren und der Leber sowie der Lungen, Thrombose, Chronische Schlaflosigkeit, Ekzeme, Akne, Schuppenflechte, Neurodermitis sowie den typischen Frauenleiden

Mehr hierzu unter:
http://www.zentrum-der-gesundheit.de/oelziehen.html#ixzz2iXjKiTsB

 

Nasendusche

Ich nenne es aber eher Kopfdusche – ich finde, es macht den gesamten Kopf frei!
Die Nasendusche (in Drogerien gesichtet, ansonsten im Ayurveda Fachladen oder in der Apotheke) mit einem halben TL biologischem Meer- oder Steinsalz füllen und mit lauwarmen Wasser auffüllen. Dann zunächst das eine (gelernt in meiner Ausbildung: immer mit dem „volleren“ Nasenloch anfangen) und dann mit neu gefüllter Dusche das zweite Nasenloch spülen. Wer so Heuschnupfen-geplagt ist wie ich es bin, wird hier erheblich Besserung während der Frühlingsmonate spülen und ansonsten hilft es Schnupfen und Entzündungen der Nebenhöhlen zu verhindern. Ich halte anschließend meinen Kopf einmal über die Duschkabine, manchmal läuft noch etwas nach… und dann: ein Glas warmes Wasser mit Zitrone trinken und dabei herrlich tief und frei durchatmen! Toll!


Bis vor ein paar Wochen habe ich anschließend morgens meine Asana Praxis durchgeführt, allerdings habe ich mein Ritual ein wenig umgestellt nach dem Start meiner Yogalehrer Ausbildung. Jetzt folgt nach meinen Reinigungsritualen ca. 15-25 Minuten Meditation und Pranayama – und ich fühle mich wunderbar damit! Ab und an folgen ein paar Sonnengrüße und am Wochenende darf es auch mal eine längere Asana Praxis am Morgen sein, aber unter der Woche belasse ich es meistens bei Pranayama und Meditation und lege die Asana Praxis in den Nachmittag.

Tausendfach besser und energiespendender als jeder noch so gute Latte Macchiato!
Zu den Pranayama Techniken für einen guten Start in den Tag ein anderes Mal mehr! J

In dem Sinne: allen einen zauberhaften und frischen Start in den Tag!

Vanessa

 
Listen to your body, it's smarter than you!
 
 
 


 

Donnerstag, 17. Oktober 2013


NIYAMAS

Heute geht’s um die zweite Stufe auf dem Weg zur Erleuchtung (kleiner Ansporn! J) – die NIYAMAS! Während sich die Yamas mit dem Umgang mit anderen beschäftigen, geht es hier darum, wie wir mit uns selbst umgehen.
 

Das erste Prinzip: SHAUCA –Reinheit

Sowohl die körperliche als auch die innere/geistliche Reinheit ist gemeint. Ich denke, zu der körperlichen Grundpflege brauche ich an dieser Stelle nichts zu sagen, das sollte für jeden (eigentlich) klar sein! Hier helfen aber auch einige Reinigungsübungen, die sogenannten Kriyas, dazu werde ich aber an einer anderen Stelle noch einmal näher drauf eingehen (lesenswert! Sehr spannend!). Im Hatha Yoga gelten die Asanas (Körperhaltungen) und Pranayama (Atemübungen) als Mittel zur inneren Reinheit. Jeder der bereits in den Genuss einer ausgedehnten Yogastunde mit Asanas und Pranayama gekommen ist, kennt das Gefühl des „aufgeräumt/geordnet seins“ – hier z. B. spüre ich für mich besonders Shauca.

 
Das zweite Prinzip: SANTOSHA – Zufriedenheit

Jeder kennt das… wir können mindestens 5(0) Dinge aufzählen, die wir ungerechterweise nicht haben (wie war das mit der Finca am türkisblauen Ozean). Wenn es aber darum geht, die Dinge aufzuzählen, über die wir verfügen und die uns zufrieden machen und Glückseligkeit bescheren, dann müssen wir manchmal schon ein wenig länger überlegen. Und genau darum geht es bei Santosha. Das Leben und die Welt so anzunehmen wie sie ist, täglich ein fettes „JA“ zum Leben hinaus zu schreien und ohne große Erwartungen durchs Leben zu gehen. Denn erst wenn Erwartungen nicht eintreffen oder wir uns zu stark auf das versteifen, was wir nicht haben, kommt es zu Unzufriedenheit und Frust.
Santosha nutze ich gerne als Intention für mein Yoga am Morgen. Da erfreut man sich gleich doppelt an einer lieben SMS am Morgen, einem Lächeln auf dem Weg zur Arbeit oder einer warmen Umarmung nach Feierabend! Keep smiling!

 
Das dritte Prinzip: TAPAS – Feuer, baby!
 
Oder auch: Selbstdisziplin! Denn das bewusste Einhalten von Disziplinen (z. B. jeden Morgen 5 Minuten Meditation) zeigt uns erst was wir benötigen und was nicht. Jeder hat Dinge, zu denen er sich zwingen muss – morgens auf die Yogamatte zu hopsen, den Kaffeekonsum einzuschränken oder den Fernseher auszulassen um sich stattdessen einem guten Buch oder einem Gespräch zu widmen. Der bewusste Verzicht (auf den Kaffee) oder das Überwinden der Faulheit (morgens auf die Matte) zeigt einem dann, wie wunderbar man sich doch fühlen kann! Das wiederrum beflügelt vielleicht sich am nächsten Tag noch einmal aufzuraffen. Wenn wir durchhalten, obwohl es oft so schwer fällt, dann spüren wir Tapas in vollen Zügen. Und irgendwann „brennt“ man für eine Sache so sehr, dass das Aufraffen gar nicht mehr so schwer ist!

 
Das vierte Prinzip: SWADHYAYA – Selbststudium

Wörtlich: „an etwas nahe herangehen“. Gemeint ist sowohl das Studium des eigenen Selbst, als auch das Studium der spirituellen Schriften. In sich selbst hineinschauen, sich beobachten, sich selbst zu erfahren. Während der Yogapraxis genau in sich hinein zu hören und sich zu fragen wie sich diese oder jene Haltung auf einen Selbst auswirkt. Fühle ich mich gut oder ist es mir unangenehm? Gibt es Parallelen im Alltag? Warum reagiere ich so oder so auf eine Situation. Sei Dein Lehrmeister und schule so dein Bewusstsein! Und das Studieren von spirituellen, religiösen oder philosophischen Texten kann hier sehr hilfreich sein und als Inspiration dienen.

 
Das fünfte Prinzip: ISHVARAPRANIDHAYA – Hingabe

Oder schlicht weg: Gottvertrauen. Hier ziehen jetzt viele vielleicht (und ich muss gestehen das habe ich auch!) die Augenbraue hoch und denken  „och nö, also doch Religion!“, aber hier spielt es keine Rolle wie Gott oder etwas Größeres definiert ist. Gemeint ist eher, sich „dem Schicksal hinzugeben“, wenn wir bereits unser Bestes getan haben oder wie der Düsseldorfer sagen würde: et hätt noch emmer joot jejange (es wird schon gut gehen! es wird sich schon alles fügen!). Für mich heißt es auch, sich selbst zu vertrauen alles richtig gemacht zu haben und nicht zu streng mit sich selbst zu sein! Gerade in der Yogapraxis ist ein Loslassen des Alltags, wenn auch an manchen Tagen nur für ganz kurze Zeit, durchaus möglich und führt zu mehr Energie und Konzentration! Ich finde Ishvarapranidhaya (ein Gruß an alle Yogalehrer-Azubis, die sich gerade fragen, wie man sich dieses Wort merken soll!) ist eine tolle Sache! Es ist bewusst so allgemein gehalten, dass es jedem frei steht, dem Göttlichen, dem Höheren, dem Universellen eine Form zu geben. Wichtig ist nur sich mit ganzem Herzen einer Sache hinzugeben und zu vertrauen, ohne Ängste und Zweifel. Das wiederrum führt zu einem Gefühl von Sicherheit und Zufriedenheit!
 


Think about it!
 

 





 

 

 


 

Dienstag, 15. Oktober 2013


Der achtgliedrige Pfad oder:  „the way to happiness”

 
Vielleicht hat der ein oder andere schon einmal von dem sogenannten achtgliedrigen Pfad (Ashtanga) gehört (eventuell auch aus dem Buddhismus).
Ein spannendes Thema, über das ich schon oft philosophiert habe! Aber zunächst zu den Anfängen: Die erste überlieferte schriftliche Fixierung erfolgte im Yogasutra von Patanjali, vermutlich aus der Zeit zwischen ca. 200 v. Chr .– 200 n. Chr.

Kurz gesagt sind die hier die acht Stufen des Yoga gemeint, die es zu meistern gilt, um die magische Verbindung zwischen dem menschlichen Leben, der Welt und dem Universum zu erfahren oder auch: der Weg zur Erleuchtung. Für mich sind es Empfehlungen, die wir in unserem täglichen Leben anwenden können und die uns helfen, ein bewussteres und friedvolleres (und folglich zufriedeneres) Leben zu führen. Jeder dieser acht Glieder besteht aus einer Reihe praktischer, konkreter und doch sehr lebensnaher Vorgehens- und Verhaltensempfehlungen, die sich ergänzen und eine Einheit bilden.

Zusammengefasst sind folgende acht Glieder gemeint:

1.    YAMAS – der Umgang mit der Umwelt

2.    NIYAMAS – der Umgang mit sich selbst

3.    ASANAS – der Umgang mit dem Körper

4.    PRANAYAMA – der Umgang mit dem Atem

5.    PRATAYAHARA – der Umgang mit den Sinnen

6.    SAMYAMA – der Umgang mit dem Geist

7.    DHARANA – Konzentration

8.    DHYANA – Meditation

9.    SAMADHI – das Höchste: die innere Freiheit – die Erleuchtung

 
Ich möchte gerne nacheinander jeweils ein Glied ein wenig näher betrachten. Starten wir mit den YAMAS – den Umgang mit der Umwelt. Frei nach dem Motto: wie man es in den Wald hineinschreit, schallt es wieder raus! Gemeint ist hier der rücksichtsvolle und respektvolle Umgang mit allen Wesen dieser Welt.
Eben Yoga auch im Alltag zu leben.


Das erste Prinzip: AHIMSA – Gewaltlosigkeit

Keine Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten zuzulassen, sich dem friedvollen Umgang mit allen Lebewesen täglich neu bewusst zu werden – sowohl in Gedanken, Worten und Taten. Klar, hier liegt auch eine vegane Ernährung nah oder ist die logische Konsequenz, auch wenn ich den kompletten Schritt noch nicht geschafft habe. Aber ich erfreue mich an meinem bisherigen Erfolg: z. B. bewusst und nachhaltig einzukaufen, tierische Lebensmittel stark einzuschränken und täglich aufs Neue zu versuchen, meinen Mitmenschen mit Respekt, Freundlichkeit und Liebe zu begegnen… in Gedanken, Worten und Taten (ganz schön harte Nuss oft!).
 

Das zweite Prinzip: SATYA – Wahrheit

Aber auch: Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Treue und Loyalität. Wobei es hier wohl zu Überschneidungen mit Ahimsa kommen kann. Deswegen ist es manchmal oft besser zu schweigen. Nämlich dann, wenn die Wahrheit andere verletzen könnte und zu keinerlei Veränderung führt. Ehrlichkeit bedeutet aber auch, sich selbst nicht zu belügen, bewusst mit Worten umzugehen und zu seinen Fehlern zu stehen.
 

Das dritte Prinzip: ASTEYA – Nichtstehlen

Gemeint ist zwar auch das allbekannte Stehlen im Supermarkt, aber genauso sich nicht mit fremden Federn zu schmücken und geistiges Eigentum anderer nicht als das eigene auszugeben. Weitreichender gedacht kann man hier sicher auch ein „Zurückstecken für Andere“ meinen. Wenn wir z. B. nicht nur an uns denken und bspw. mal einem Anderen das letzte Stück super leckeren Käsekuchen überlassen.

 
Das vierte Prinzip: BRAHMACHARYA – Selbstbeherrschung

Ui! Jetzt wird’s brenzlig! Und schwierig… gemeint ist die Enthaltsamkeit. Jetzt schreien wahrscheinlich viele auf, aber Momentchen mal! Für einen Entsagten heißt Brahmacharya sicher die vollständige sexuelle Enthaltsamkeit, für mich heißt es aber eher seinen Lebenswandel manchmal noch einmal zu überdenken – auf jegliche Suchtmittel bezogen, den Geist so klar wie möglich zu halten, aber sicher auch Treue in einer Partnerschaft oder als Single der bewusste Umgang mit Sexualpartnern.
 

Das fünfte Prinzip: APARIGRAHA – Nichtannehmen von Geschenken

Und weiter geht der Aufschrei! J  
Aber auch hier ist ein tieferer Blick durchaus spannend! „Parigraha“ ist das Begehren, die Gier, Objekte zu besitzen und sich ihrer zu erfreuen, „Aparigraha“ ist das Gegenteil: die Abwesenheit des Verlangens zu Besitzen.
Na klar, den neuen Wintermantel brauchte ich UNBEDINGT und er hat mich doch so glücklich gemacht, aber manchmal lohnt es sich tatsächlich sich noch einmal zu fragen: hab ich nicht doch genug davon? Entsteht durch das Annehmen des Geschenks vielleicht doch irgendeine Verpflichtung, die ich nicht möchte?
Und überhaupt: wer schon einmal länger als 4 Wochen gereist ist und aus einem Rucksack leben musste, der weiß zu gut wie befreiend sich „Besitz minimieren“ anfühlen kann…

 
Zusammengefasst klingt alles vielleicht (theoretisch) gar nicht so schwer, in der Umsetzung erfordert es allerdings tägliche Disziplin. Ich denke, wenn man die Yamas nicht als dogmatische Regeln ansieht, sondern sie als Inspiration für das tägliche Leben sieht, kann ganz viel passieren. Vielleicht nutzt ihr die einzelnen Yamas auch einmal als Intention für Eure Yoga Praxis. Mich beflügelt es sehr!




Lokah samastah sukhino bhavantu
Mögen alle Lebewesen glücklich und frei sein.
Mögen meine Gedanken, Worte und Taten dazu beitragen